Interview der Woche mit Jutta Vis [hsv-ev.de]

Auf der HSV-Seite wurde heute ein sehr interessantes Interview über Jutta veröffentlicht:

„Einzelsport war nie ein Thema für mich.“

Jutta Vis liebt und lebt den Handball. Ob selbst als Spielerin oder heute als Trainerin. Früher gewann sie einige Norddeutsche Meisterschaften und sogar die Deutsche Vizemeisterschaft. Als Trainerin ist sie nicht weniger erfolgreich. Im Interview der Woche spricht sie über ihre Beziehung zum Handball, die Kooperation zwischen dem HSV e.V. und Hamm 02 und die Chancen für die erfolgreiche B-Jugend in der Oberliga.

Was bedeutet Handball für dich? Was macht die Sportart so besonders?
Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der Sport, vor allem Fußball und Handball, immer an erster Stelle stand. Handball als Mannschaftssport bedeutet Teamgeist! Einzelsport war nie ein Thema für mich.

Du kannst auf eine lange Karriere im Handballsport zurückblicken. Was waren deine schönsten Momente?
Als Spielerin die Deutsche Vizemeisterschaft, als Trainerin die Deutsche Meisterschaft im Schulhandball, der Aufstieg der Frauen in die 2. Bundesliga, sowie die der männlichen und weiblichen A-Jugendmannschaften in die damaligen Regionalligen. Besonders glücklich macht es mich, dass sechs meiner Mädels den Sprung in die Jugend- und Juniorinnen-Nationalmannschaft geschafft haben.

Du hast in mehreren Hamburger Vereinen gespielt und bist jetzt beim HSV/Hamm 02. Wie bist du dazu gekommen?
Meine längste, schönste und erfolgreichste Zeit hatte ich in der HT16. Nach vereinsinternen Querelen habe ich mit 180 Mitgliedern, darunter viele Jugendliche, den Verein verlassen und dem SC Hamm 02 angeschlossen. 2014 haben wir mit dem HSV e.V. die Handball-Spielgemeinschaft HSV/Hamm 02 gegründet. Eine sehr gute Entscheidung! Seit 2015 gehören auch die Erwachsenen-Mannschaften dazu.

Du trainierst sämtliche Jugendmannschaften im Verein. Was macht die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen für dich so spannend?
Ich bin Rentnerin und kann schon am Nachmittag mit dem Training beginnen, deshalb auch die Vielzahl der Jugendmannschaften. Spannend ist, dass unsere Mädels und Jungs ehrgeizige Ziele verfolgen. Wie gesagt, seit 2014 spielen wir erst gemeinsam. Immer erfolgsorientiert und mit dem Blick nach oben! Das ist daran zu sehen, dass unsere 1. B-Jugend der Jungen in der Oberliga HH-Schleswig-Holstein, die höchste Klasse dieses Alters, spielen und jeweils eine A-, B- und C-Jugend der Jungs in Hamburgs höchster Klasse. Diese Ziele sind natürlich nur zu erreichen, wenn die Jungs, ihre Eltern und ein gut funktionierender Trainerstab mitziehen. Zur Leistungssteigerung und zum Spaß für alle Mannschaften besuchen wir Turniere, die jedem Team gerecht werden, wie z.B. in Berlin, Kolding oder Lund.

Die erste B-Jugend der Jungen spielt erstmals in der Handball-Bundesliga. Wie sehr hast du dich über diesen Aufstieg gefreut?
Natürlich sehr. Vor allem, weil wir mit der identischen Mannschaftszusammenstellung in der Saison zuvor noch Vorletzter geworden sind. Da merkt man aber wieder, wie wichtig der Zusammenhalt und auch die bereits genannte Unterstützung von allen Seiten ist.

Welche Chancen siehst du für den Klassenverbleib?
Unsere erste B-Jugend der Jungen hat ein ganz großes Problem! In allen Bundesländern, außer Hamburg, wird mit „Backe“ gespielt. Das ist eine Klebe oder Harz für die Hände. Wir können aber nie mit „Backe“ trainieren und haben folglich bei allen Auswärtsspielen keine Chance. Der Handball Sport Verein Hamburg und die Spielgemeinschaft HH-Nord, die in unserer Liga spielen, dürfen mit „Backe“ trainieren und spielen, da ihre Vereine die hohen Reinigungskosten für die Heimhallen übernehmen. Das ist natürlich eine große Wettbewerbsverzerrung. Mit diesem Problem habe ich mich auch schon an den Verband gewandt. Bisher ohne Erfolg! Ich hoffe, dass die „Backe“ nicht für den Verbleib in der Klasse ausschlaggebend ist!

 

Mit freundlicher Genehmigung von Dennis Trolldenier

http://www.hsv-ev.de/news/newsdetail/detail/News/16/10/2018/interview-der-woche-mit-jutta-vis/

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